Harnwegsinfektion – Was steckt womöglich dahinter?

Zunehmend kommen Patienten mit Beschwerden beim Wasserlassen. Gerade in den letzten Tagen. Es ist tagsüber herrlich warm, jedoch ist der Wind recht kühl, und in den Abendstunden sinken die Temperaturen rasch. Doch ist das ein Grund für häufige Harnwegsinfektionen?

Wie erkennt man einen Harnwegsinfekt?

Es gibt ein paar wichtige Zeichen, dass etwas mit den Harnwegen nicht in Ordnung ist.

Zunächst kann es beim Wasserlassen stark brennen. So stark, dass man Angst vor dem Toilettengang hat.

Ein weiterer Hinweis ist es, wenn man sehr oft zur Toilette gehen muss, dabei aber nur sehr wenig Urin kommt.

Die Farbe des Urins kann dunkel oder sogar blutig sein. Auch ein übler Geruch kann dabei auftreten.

Fieber und Bauchschmerzen sind sehr unspezifisch, kommen aber oft bei einem Harnwegsinfekt vor. Dann muss man sofort einen Arzt aufsuchen. Vor allem, wenn Rückenschmerzen oder Übelkeit hinzukommen. Diese deuten auf eine Ausbreitung bereits bishin zu den Nieren.

Arten von Harnwegsinfektionen

Bei Harnwegsinfektionen muss man mehrere Dinge beachten, denn eine Harnwegsinfektion bei einem Patienten muss nicht das Selbe bedeuten, wie bei einem anderen Patienten.

Es gibt den akuten Harnwegsinfekt, der plötzlich auftritt und mit drängendem Gefühl im Unterbauch und häufigem Wasserlassen einhergeht. Es brennt gern beim Wasserlassen und kann im Verlauf zu Fieber, Rückenschmerz und Übelkeit führen (was dann ein Zeichen der gefürchteten Nierenbeckenentzündung sein kann).

Daneben gibt es den wiederkehrenden (rezidivierend) akuten Harnwegsinfekt, welcher sich mehrmals im Jahr mit oben genannten Symptomen zeigt und sehr lästig ist.

Außerdem gibt es neben dem akuten Harnwegsinfekt noch den chronischen Harnwegsinfekt, welcher aufgrund seiner Dauer mit immer wieder neu auftretenden und abflauenden Beschwerden so bezeichnet wird.

Ursachen von akuten Harnwegsinfektionen

Doch was genau steckt eigentlich dahinter? Im Folgenden möchte ich einige Ursachen auflisten. Die Kenntnis der Ursache ist oft schon der erste Schritt bei der Behandlung.

  • Verkühlung mit oder ohne Infektion (Erreger)
  • Infektion mit Erregern
  • Antibiotikatherapie im Vorfeld
  • Östrogenmangel
  • Flüssigkeitsmangel
  • Beckenbodensenkung
  • häufiger Geschlechtsverkehr
  • selten Schmierinfektion

Was kann man denn nun dagegen tun?

Je nach Ursache kommen unterschiedliche Therapien zum Einsatz. An erster Stelle stehen folgende konservative Maßnahmen.

  • Viel trinken (mindestens 300ml Wasser oder Tee pro Stunde) – das spült die Nieren und die Blase durch.
  • Warm anziehen (Socken, Unterwäsche, lange Shirts) – das verhindert Wärmeverluste.
  • Nicht auf etwas Kaltes setzen (Kissen unterlegen) – das verhindert wiederholte Infektionen.
  • Orangensaft oder Vitamin-C-reiche Säfte rinken – das säuert den Urin an, was die Vermehrung der Keime behindert.
  • Wasserlassen nach dem Geschlechtsverkehr – das schwemmt eingedrungene Keime wieder aus der Harnröhre aus.
  • Bei Antibiotikatherapie immer Probiotika einsetzen – das stärkt das Immunsystem.
  • Beckenbodentraining – gerade bei einer Senkung. Dadurch wird der Weg vom Harnröhrenausgang zur Blase wieder gestärkt und natürlich verlängert.
  • Po von vorn nach hinten abwischen – das verhindert eine Schmierinfektion.

Spezifische Maßnahmen sind in folgender Liste aufgeführt und bedürfen in jedem Fall einen Arztkontakt.

  • Antibiotikaeinsatz zur Verhinderung des Aufsteigens der Infektion bis zu den Nieren.
  • Östrogensubstitution bei Östrogenmangel, das baut die natürliche Vaginalflora wieder auf und schützt vor dem Eindringen infizierender Erreger.

Es kommen daneben auch eine Menge pflanzlicher bzw. natürlicher Präparate zur Hilfe. Unter anderem Blasen- und Nierentee, Cranberry-Saft, Cystinol akut (im Akutfall) und Cystinol long (für den Schutz bei häufigeren Infekten). Aber auch Immunstimulanzien wie reichlich frisches Obst und Gemüse oder Präparate aus der orthomolekularen Medizin.