Zu viel Antibiotika – hilft gar nicht viel!

Kalte Jahreszeit bedeutet meist einen Anstieg des Antibiotikaverbrauchs nicht nur in Deutschland. Denn schwere bakterielle Infekte (bei Virusinfekten sind Antibiotika gar nicht hilfreich) sind in der kalten Jahreszeit häufiger, als im Sommer. Dennoch liegt der Verbrauch von Antibiotika in Deutschland extrem hoch. Verglichen mit anderen europäischen Staaten werden bei uns übermäßig oft Antibiotika verschrieben, wo es gar nicht erforderlich wäre.

Die meisten Infekte, die mit Husten, Schnupfen, Gliederschmerzen, Halskratzen und Müdigkeit einhergehen, sind durch Viren verursacht. Und davon gibt es eine sehr hohe Anzahl verschiedene Typen und Klassen. Aber Antibiotika hier zu verordnen, ist nicht hilfreich, denn bei Viren wirken Antibiotika gar nicht. Vielmehr vernichten die Antibiotika nützliche Bakterien beispielsweise aus dem Darm (unsere Darmflora, die bei der Verdauung hilft) oder der Haut (die Hautflora, die den Säureschutzmantel unterstützt).

Aber die Antibiotika fördern vor allem die Bildung von resistenten Keimen. Und wenn man dann einen ernsthaften bakteriellen Infekt hat, wirken viele Antibiotika gar nicht mehr. Das sieht man an den zunehmenden resistenten Keimen wie MRSA (Methicillin resistente Staphylokkokus aureus) oder ESBL Keime.

Daher bin ich und viele meiner ärztlichen Kollegen mit dem Verschreiben von Antibiotika sehr zurückhaltend. Wir überlegen uns gut, ob und wann wir welches Antibiotikum gezielt einsetzen.

Auch die Therapiedauer sollte man genau überlegen. So kurz wie möglich und so lang wie nötig – lautet der Grundsatz bei der Antibiotikatherapie.

Noch ein Tipp bei der Antibiotikatherapie:

Wenn Sie Antibiotika verschrieben bekommen haben, dann achten Sie bei der Einnahme auf reichlich Flüssigkeit (am besten stilles Wasser), und nehmen Sie zusätzlich ein Probiotikum (das Gegenstück zum Antibiotikum), um der Darmflora zu helfen, die einen wichtigen Teil des Immunsystems bildet. Das kann ein Naturjoghurt sein, den Sie am Vormittag und am Nachmittag einnehmen. Aber bitte nicht gleichzeitig mit dem Antibiotikum. Lassen Sie dazwischen etwas Zeit vergehen 1-2 Stunden wären optimal.

 

Weitere Tipps:

-reichlich Flüssigkeit bei Infekten unsterstützt das Immunsystem – Faustregel: 200ml stilles Wasser pro Stunde = 1 Glas Wasser pro Stunde

-gesunde, ausgewogene Ernährung: viuel frisches Obst und frisches Gemüse – „vergessen Sie den Kochtopf, Hitze zerstört wertvolle Vitamine“

-Stressreduktion ist hilfreich, also viel eher Ruhe, reichlich Schlaf

-Pflanzliche Präparate wie Esberitox (c) oder Angocin (c) helfen dem Immunsystem auf natürliche Weise

 

Weitere Informationen dazu von der DAK

Bleiben Sie gesund.

Ihre
Kathrin Hamann

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