Schwindelanfälle durch Medikamente

Schwindel im Alltag ist ein relativ belastendes Problem, und schwierig in der Abklärung, da es mehrere Ursachen geben kann.

Die häufigste Ursache ist eine Kreislaufstörung, welche zu Schwindel beispielsweise beim schnellen Aufstehen aus dem Liegen führen kann. Aber auch eine Störung im Gleichgewichtsorgan im Innenohr, eine Störung im Gleichgewichtszentrum im Kleinhirn, verstecktes Schielen oder Medikamente können weitere Ursachen dafür sein.

In den meisten Fällen ist der Schwindel harmlos. Dieser bedarf jedoch einer weitergehenden Abklärung, um schwerwiegendere Probleme auszuschließen. Hierfür ist eine Untersuchung beim HNO-Arzt, beim Kardiologen, beim Neurologen und Augenarzt notwendig. Damit man nicht bei allen diesen Fachspezialitäten verschiedene Termine vereinbaren muss, wurde an der Uniklinik Großhadern eine sogenannte Schwindelambulanz gegründet.

In diesem Artikel möchte ich auf Medikamente zu sprechen kommen, welche ebenfalls einen Schwindel auslösen können.

Zunächst ist die große Gruppe der Blutdruckmittel für einen Schwindel verantwortlich.Dazu zählen Blutdrucksenker wie Metoprolol, Ramipril, aber auch Candesartan und Entwässerungsmedikamente wie Furosemid oder Torasemid. Dies sind die am häufigsten verordneten Blutdruckmittel. Sind diese zu hoch dosiert oder ist der Blutdruck zu schnell abgefallen, kann dies zu Schwindelgefühlen führen.

Antidepressiva oder Antipsychotika  können ebenfalls einen Schwindel auslösen. Bitte setzen Sie diese Medikamente nicht einfach ab, besprechen Sie dies immer mit ihrem behandelnden Neurologen.

Eine eher seltener verordnete Medikamentengruppe, die zu Schwindel führen kann sind sedierende Medikamente, die sowohl den Schlaf fördern, als auch innere Unruhe verringern (Lorazepam/Diazepam/Bromazepam).

Aber auch Mittel gegen Übelkeit (Dimenhydrinat) können zu Schwindel führen.

Wenn Sie unter Schwindel leiden und Medikamente dieser Art einnehmen, können Sie bei uns in der Praxis nachfragen, ob eventuell diese Medikamente ursächlich für ihren Schwindel sind. Gemeinsam überlegen wir dann Alternativen, oder ob sie diese Medikamente in dieser Dosierung überhaupt benötigen.

Bleiben Sie gesund!
Ihre Dr. Kathrin Hamann