Gefahr durch rohen Fisch

Wer isst gerne Sushi? Dann herzlich willkommen im Club. Ja, auch wir essen gern und oft Sushi. Diese kleinen Röllchen sind nicht nur nährstoffreich und sättigen gut, nein sie können auch ziemlich gemeine Fadenwürmer enthalten.
So wurde eben ein Fall aus Lissabon bekannt. Hier hatte ein 32 jähriger Mann plötzlich extrem starke Bauchschmerzen und meldete sich beim Arzt in der Klinik. Alles deutete auf einen akuten Bauch hin, den man eigentlich sofort operieren wollte. Doch das blieb dem Patienten zum Glück erspart. Durch seine beiläufige Erwähnung, dass er ein paar Tage vorher Sushi gespeist hatte, konnte der behandelnde Arzt auf die entscheidende Spurensuche gehen.
Bei der Magenspiegelung fand sich im Lichtschein ein fadenförmiger Wurm, dessen Kopf in der Magenschleimhaut steckte. Klingt ekelig. Ist es auch. Aber relativ einfach zu behandeln. Diesen sich windenden Parasiten konnten die Ärzte wie geschickte Angler mit einem speziellen Netz entfernen. Und dem Patienten ging es rasch besser. Eine OP blieb ihm erspart.

Nun die Frage nach der Herkunft des fiesen Würmchens.
Es gibt verschiedene Arten von Sushi. In dem vorliegenden Fall kam der Wurm (der Gattung Anisakis) als Larve aus dem rohen Fisch, der für einige Sushiformen verwendet wird. Solche Larven lassen sich gar nicht so selten in rohen Meeresfrüchten finden (Muscheln, Fischfleisch) finden.

Hätte man den Parasitenbefall vermeiden können?
Nun das ist hier die Frage. Fischfleischkontrollen finden bereits statt. Aber ganz sicher geht man, wenn man darauf verzichtet, rohes Fischfleisch, Muschelfleisch oder Ähnliches zu essen. Auch wenn es schwer fällt, kann es unangenehme Probleme vermeiden. Unter anderem auch die Infektion mit Hepatitis A aus Meeresfrüchten.

Tipp:
Wer Sushi mit rohem Fisch selber zubereiten möchte, sollte diesen mindestens vier Tage lang im Tiefkühlschrank aufbewahren, denn unter -20 Grad können die Parasiten nicht überleben.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema, helfen wir Ihnen gern weiter.

Bleiben Sie gesund! Ihre Dr. Kathrin Hamann

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