Ambrosia + Autoabgase + Sommer = Allergiezeit

Sie merken es, wenn es in der Nase juckt, die Augen tränen und morgens verklebt sind. Es ist wieder Allergiezeit. Und das nicht nur durch einheimische Gräser und Pollen, sondern zunehmend durch die eingewanderte Ambrosia. Deren Pollen sind hochallergen. Forscher fanden heraus, dass durch diese Pflanze, die sich zunehmend auf Grünflächen am Strassenrand konzentriert und einheimische Wegpflanzen verdrängt, eine extreme Zunahme von Allergikern verursacht.

Doch woher kommt diese Pflanze?

Der griechische Name Ambrosia steht frei übersetzt für ein „unsterbliches“ Kraut. Denn in der Tat lässt sich dieser Plage nur schwer Herr werden. Auch wenn die einzelne Pflanze nur ein Jahr lebt, kann sie in dieser Zeit bis zu 60 Tausend samenbildende Früchte erzeugen, die der Wind in einem mehrere kilometerweit umfassenden Umkreis verteilt. Und das Tückische daran, diese können 40 Jahre überleben (egal, ob Trockenheit, extreme Kälte oder Feuchtigkeit). Den Frost vertragen sie dank einer im Jahr 2000 festgestellten Mutation der Pflanze, weshalb sie den evolutionären Vorteil der Frosttauglichkeit erhielt. Spannend, was sich in der Natur so entwickelt. Ja, Evolution ist höchst spannend.

Aber woher kommt die Pflanze nun? Sie ist in Nordamerika verbreitet und fand unbeabsichtigt ihren Weg nach Europa. So wird verunreingtes Vogelfutter als Haupteinfuhrquelle verantwortlich gemacht, was die Funde vor allem an Vogelfutterplätzen in heimischen Gärten erklärt. In den 1990er Jahren wurden größere von der Pflanze besiedelte Flächen in Deutschland gefunden. Erstmalig fanden sich vereinzelte Pflanzenfunde zum ausklingenden 19. Jahrhundert.

Die Pflanze selbst ist extrem genügsam und hält sich gut auf trockenen Böden. So eben auch an ungepflegten Straßenrändern.

Welchen Einfluss haben die Autoabgase?

Tja, und dann wären da am Strassenrand noch die Autoabgase. Die wenigen Elektroautos können leider wenig aushelfen. Die Kohlenmonoxide in den Abgasen reizen die Schleimhäute, was wiederum sehr anfällig für die Ambrosiapollen macht. Das Leben an der Strasse ist wirklich nicht empfehlenswert.

Was kann man gegen die Pflanze tun?

Gegen die Allergie selbst oder die Neigung zu Allergien kann man wenig tun. Wichtig wäre es in jedem Fall, die Pflanzen noch vor der Blüte (Juni/Juli bis Mitte Oktober) zu beseitigen. Jedoch ist die eindeutige Indentifikation der Pflanze nicht so einfach. Das Münchner Referat für Gesundheit und Umwelt hat einen eigens dafür geschaffenen Service eingerichtet, bei dem Pflanzenfunde gemeldet und auch Fotos zur Identifizierung vorgelegt werden können.

stadtmuenchen Bitte melden Sie jeden verdächtigen Pflanzenfund!

Hochallergene Pollen

Wer sensibel auf diese Pflanze reagiert, für den reichen bereits winzige Pollenmengen in der Luft aus. Niesen, tränende Augen sind nur geringe Probleme, Asthmaanfälle sind jedoch schwerwiegend, weshalb Sie bitte bei kleinsten Anzeichen für eine Allergie zum Arzt gehen sollten, um sich behandeln zu lassen.

Dank der Hilfe von modernen Antihistaminika lassen sich frühzeitig eingesetzt die meisten Allergiereaktionen stoppen.

 

Tipp: Ein Allergietest kann Ihnen zeigen, ob und worauf Sie allergisch sind.

 

Haben Sie dazu Fragen, können Sie sich gern in der Praxis an uns wenden.

 

Bleiben Sie gesund!

Ihre Dr. Kathrin Hamann

 

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Quelle und Bildquelle: Wikipedia

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